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NDW - Jahresrückblick 2020

05. 02. 2021

 

Signifikanter Einsatzrückgang / Frauenanteil gestiegen

 

Samtgemeinde Niedernwöhren. Da die Ortsfeuerwehren Hülshagen, Meerbeck-Niedernwöhren, Nordsehl-Lauenhagen, Pollhagen und Wiedensahl der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren wegen der SARS-CoV-2-Pandemie keine Mitgliederversammlungen abhalten können und über die Geschehnisse des Jahres 2020 nicht berichten können, soll hier in Kürze zusammengefasst berichtet werden.

Die Ortsfeuerwehren konnten am Anfang des Jahres 2020 ihre Versammlungen für das Jahr 2019 wie sonst abhalten, da das umgangssprachlich als „das Corona-Virus“ zwar bekannt, aber in Deutschland noch keine Verbreitung fand. Dies änderte sich wenige Wochen später. Die Freiwillige Feuerwehr leistet ihren Beitrag zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie und zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit. Aus- und Fortbildungen in Präsenzzusammenkünften entfielen (wir berichteten). Besprechungen fanden in reduzierter Besetzung oder über das Internet beziehungsweise über Telefon statt. Die meisten gesellschaftlichen Veranstaltungen sind ausgefallen. Auch zur Zeit finden keine Präsenz-Ausbildungen statt. Bei Einsätzen gelten neue Grundsätze, die unter Anderem das Personal und den Kontakt untereinander reduzieren, ohne den Einsatzerfolg zu gefährden. Bei der Ausbildung helfen auch Angebote des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK, vorher: Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK)). Pandemiebedingt sind jedoch einige Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene ersatzlos ausgefallen. Auch an dieser Stelle hat es sich bewährt, die gesetzlich geforderten Mindestanforderungen zu übertreffen, um über eine schlagkräftige und gut ausgebildete Truppe zu verfügen. Allerdings werden dennoch Lehrgangsbelegungsvoraussetzungen bei wenigen neu gewählten Amtsträgerinnen und -trägern vorerst nicht erfüllt werden, was allerdings durch redundante Besetzungen (beispielsweise zwei Stellvertretende), Erfahrungen und Standortausbildungen größtenteils ausgeglichen wird und später durch nachgeholte Lehrgänge bewältigt werden soll. Auch die Dienste der Kinder- und Jugendfeuerwehren sind ausgefallen (wir berichteten). Natürlich sind ausbleibende reguläre Dienste eine Belastung für die Kameradschaft, den Zusammenhalt und die Attraktivität, vor allem im Bereich der Nachwuchsarbeit durch die Kinder- und Jugendfeuerwehren. Diese Einschränkungen wirken sich nicht fördernd auf den Ausbildungsstand aus, allerdings hat der hohe Ausbildungs- und Personalstand im letzten Jahr die Einsatzfähigkeit an jedem Tag garantiert: Alle Einsätze im vergangenen Jahr konnten erfolgreich bewältigt werden. Die Einsatzfähigkeit ist auch weiterhin nicht gefährdet. In den Kinder- und Jugendfeuerwehren fanden Aktionen wie Schnitzeljagden, die unter geeigneten Hygienemaßnahmen durchgeführt wurden, statt, aber eben keine Interaktionen in der Gruppe ermöglichen.

Zur Bildung von allen Feuerwehrfrauen und -männern gehört eine Ausbildung zu chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren und zur Einsatzstellenhygiene, beispielsweise wird seit Jahren darauf geachtet, sich nicht ins Gesicht zu fassen und Kameradinnen oder Kameraden werden notwendigenfalls daran erinnert. Dieses allgemeine Wissen wurde um spezifische Informationen zu SARS-CoV-2 erweitert, die Ausrüstung der Ortsfeuerwehren wurde entsprechend evaluiert und ergänzt. 

Das Einsatzjahr begann Neujahr mit einem Heckenbrand gegen 0:08 Uhr, gefolgt ab 04:40 Uhr von einem Großeinsatz auf einem größeren Hof bei ungewöhnlich starkem Nebel. Letzterer erforderte ein Großaufgebot und Sicherheitsmaßnahmen aufgrund des Schadenumfanges und des vermuteten verbautem Asbest (das Team Presse der Kreisfeuerwehr berichtete). Am 21.02.2020 waren zwei Tote, für die jedwede Hilfe zu spät gekommen wäre, bei einem Verkehrsunfall, in dessen Folge auch ein mit Heizöl beladener Tanklastkraftwagen aus einem Gebäude geborgen werden musste, zu beklagen (wir berichteten). Die Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren dankt ihren befreundeten Kameradinnen und Kameraden der anderen Kommunen für die gewohnt professionelle Unterstützung. Bei den beiden letztgenannten Einsätzen wurden auch mehrere Einsatzkräfte aus anderen Kommunen, beim Brand auch Einheiten der Kreisfeuerwehr, angefordert. Dazu kamen weitere Einsätze (wir berichteten), die hier nicht einzeln erwähnt werden. 

Nachfolgend eine Einsatzstatistik zum Jahre 2020 für alle Ortsfeuerwehren zusammengefasst, in Klammern die Zahlen des Jahres 2019: 28 (42, -33%) Brandeinsätze, 55 (66, -17%) Hilfeleistungen, darunter 13 (7, +85%) Verkehrsunfälle, 13 (24, -46%) Brandsicherheitswachen, 0 (14, -100%) Fehlalarme, insgesamt 104 (146, -29%) Einsätze. Insgesamt ergibt sich also ein beachtlicher Rückgang an Einsätzen. Ein Rückgang durch Pandemiegegenmaßnahmen wie Lockdown, Shutdown, verstärktes Home Office usw. ist nicht ausgeschlossen, aber nicht ohne weitere Untersuchungen verifizierbar: Zu beachten ist, dass die Statistik mehr Verkehrsunfälle aufweist, aber weniger Brandeinsätze, obwohl sich Personen möglicherweise weniger im Straßenverkehr und mehr in eigenen Haushalten aufhielten. Übliche statistische Schwankungen und mögliche weitere Einflüsse sind wahrscheinlich. 

Bei den Mitgliederzahlen gibt es zumeist geringe Veränderungen, in Klammern wieder die Zahlen des Jahres 2019: 24 (32) Mädchen in der Kinderfeuerwehr, 37 (53) Jungen in der Kinderfeuerwehr, 33 (36) Mädchen in den Jugendfeuerwehren, 69 (64) Jungen in den Jugendfeuerwehren, 42 (35) Feuerwehrfrauen, 198 (201) Feuerwehrmänner, also insgesamt 240 (236) Mitglieder in den Einsatzabteilungen, darunter 82 (91) Atemschutzgeräteträgerinnen und -träger, 46 (43) Mitglieder in den Alters- und Ehrenabteilungen, 1560 (1556) fördernde Mitglieder, und insgesamt 2009 (2020) Mitglieder. Da einige Mitglieder altersbedingt die Abteilung gewechselt haben, aber auch die Aktivitäten der Kinderfeuerwehren, die die Abteilung der jüngsten Mitglieder ist und daher keine neuen Mitglieder aus einer Abteilung gewinnen kann, größtenteils ruhten und deshalb wenig neue Mitglieder aufgenommen wurden, gab es hier leider einen recht starken Mitgliederrückgang um 28%. Die höhere Anzahl an Feuerwehrfrauen, die gestiegenen Frauenanteile in allen einzelnen Einsatzabteilungen jeder Ortsfeuerwehr, und ein gestiegener Frauenanteil von 18% (15%) bezogen auf alle Einsatzabteilungen der Samtgemeinde sind erfreulich, den höchsten Frauenanteil in der Einsatzabteilung weist übrigens die Ortsfeuerwehr Pollhagen mit 32% (28%) auf. 

Die Umbaumaßnahmen am Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehr Pollhagen haben begonnen, um die gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und der Ortsfeuerwehr eine zukunftsfähige Basis zu geben. Außerdem wurden so genannte „Systemtrenner“ zur Sicherstellung von Trinkwasserqualität angeschafft, dankenswerterweise durch den Landkreis Schaumburg finanziell unterstützt, und die ehrenamtlichen Einsatzkräfte an diesen Geräten ausgebildet.

Bild und Bericht: Presse FF SG Niedernwöhren 

 

Bild zur Meldung: NDW - Jahresrückblick 2020

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